Tipps für eine Städtereise nach Salzburg

Von den Einheimischen häufig scherzhaft als „größtes Freilichtmuseum Österreichs“ bezeichnet, hält die Stadt Salzburg neben den geläufigen Sehenswürdigkeiten einige Überraschungen parat. Bei der Besichtigung der Hauptattraktionen ist es ratsam, die Augen und Ohren offen zu halten, denn diese Stadt bietet so viel mehr, als die historischen und kulturellen Highlights.

Als UNESCO- Weltkulturerbe liegt der Fokus für die Besucher natürlich auf der beeindruckenden Architektur, den Schlössern und den Museen, doch die vielen kleinen Gassen voller Traditionsbetriebe, die Plätze und Brunnen, die Kaffeehäuser und die Straßenkünstler verleihen dem Rundgang erst das oft ignorierte besondere Flair. Die Hauptattraktionen, die den meisten ein Begriff sein dürften, bilden nur den Kern dieser Städtereise, der von der lebendigen Frucht des Treibens dieser Stadt ummantelt wird.

Im Falle eines Kurztrips wäre es ratsam, sich die Salzburg- Card zu besorgen, die eine Vielzahl an freien Eintritten zu zahlreichen Sehenswürdigkeiten der Stadt bereithält, wie Ermäßigungen für kulturelle Veranstaltungen und ebenso wichtig, freie Fahrt mit den öffentlichen Verkehrsmitteln. Zudem können die Festungsbahn und das Salzach- Schiff damit genützt werden.

Festung Hohensalzburg, das Wahrzeichen

Stadtansicht Salzburg über Salzach hinweg
Salzburg – CC0 werdepate/ Pixabay

Woran man nicht vorbei kommt, ist das Wahrzeichen, die Festung Hohensalzburg. Durch seine Lage am Festungsberg und als eine der größten mittelalterlichen Festungen ist dieses Monument von der ganzen Stadt aus sichtbar. Neben der kostenpflichtigen allgemeinen Besichtigung gibt es einige Sonderführungen, die spezielle, der Festung zugehörige Themen behandeln, wie beispielsweise die Folterkammer.

Will man die gesamte Festung im Detail erkunden, braucht es wohl mehr als einen Wochenendtrip. Beeindrucken sind vor allem die verschiedenen Epochen, die sich in diesem Bauwerk wiederfinden – die Anfänge reichen bis in die Römerzeit zurück. Von oben bekommt man einen Wunderbaren Blick über die Stadt, bei dem einem erst die Anzahl imposanter Bauten ins Bewusstsein gerufen wird.

Wasserspiele im Schloss Hellbrunn

Hellbrunn- CC0 nautilus64/ Pixabay

In Salzburg finden sich viele historische Gebäude, doch kaum eines bereitet so viel Freude, wie das im frühen Barock oder Manierismus erbaute Schloss Hellbrunn. Über geschützte Hellbrunner Allee gelangt man aus Innenstadt zum Schloss, was mit einem längeren Entspannungsspaziergang zu erreichen ist. Wem das Stück zu weit ist, kann auch den Autobus oder das Taxi nehmen, auf einen Besuch verzichten sollte man aber nicht.

Es ist nicht aufgrund seines schlichten Hauptgebäudes bekannt, sondern wegen seiner Gärten und Parkanlagen. Das Augenmerk auf dem Gelände liegt ganz klar auf den weltweit besterhaltenen Wasserspielen der späten Renaissance, die dem Fürsterzbischof als Unterhaltung dienten. Die gefinkelten Mechaniken und komplexen Brunnen funktionieren heute noch in vollem Umfang und halten feuchte Überraschungen für die Besucher bereit. Hier verbinden sich Geschichte und Spaß zu einem Schauspiel, dass vor allem die Jungen rundum begeistert.

Schloss Mirabell und Mirabellgarten

Schlossgarten und Schloss Mirabell mit Besuchern
Schloss Mirabell – CC0 Hans/ Pixabay

Auch in der Innenstadt gibt es einen Prunkbau – das Schloss Mirabell mit dem Mirabellgarten. Das prunkvolle Gebäude und seine farbenprächtige Umgebung spiegeln den einstigen Wohlstand der Stadt wider. Über die letzten Jahrhunderte gelangte das frühere Schloss Altenau zu seinem jetzigen Zustand, wobei einige Teile dem damaligen Original entsprechen.

Der Pegasus- Brunnen, wie einige Löwen- und Einhorn-Statuen, sind eindrucksvolle Überreste des Originals aus dem 17. Jahrhundert, denn im 19. Jahrhundert musste das Schloss nach schweren Beschädigungen durch einen Stadtbrand wiederaufgebaut werden und einige Stücke konnten nicht erhalten bleiben.

Im inneren des Schlosses findet sich ein barockes Juwel, das die Zeiten überdauert hatte: die Donnerstiege, ein üppiges Farb- und Formspektakel. Sie führt hoch zum Marmorsaal, der einen Einblick in das überbordende Hochbarock gibt. Die Gärten leben von den vielen kleinen Details. Wer beim Flanieren eine unendliche Vielzahl von Eindrücken gewinnen möchte, ist hier genau richtig, doch sogar dem Sitzenden offenbaren sich viele Details, die zum Staunen anregen, sodass zur Ruhe kommen hier nicht nur Aufgrund der Besucherzahl einer Unmöglichkeit nahekommt.

Die geschichtsträchtige Salzburger Innenstadt

Der nächste Stopp hält gleich drei Sehenswürdigkeiten parat. Am Domplatz stehen sich die fürsterzbischöfliche Residenz, der Salzburger Dom und Erzstift St. Peter gegenüber. Inmitten dieser geschichtsträchtigen Gebäude zu stehen, offenbart einem bei genauem Hinsehen ein kleines Detail, das die mittelalterliche Geschichte Salzburgs ein wenig wiedergibt.

Auf der Seite der Residenz findet man rechts der Madonnenstatue im Schlussstein einen Löwenkopf abgebildet, der das Wappentier der Erzdiözese und des Fürsterzbischofs darstellt. Links der Statue, auf der Seite des Erzstiftes ist am Schlussstein ebenso ein Löwenkopf abgebildet; hier aber schneidet dieser eine Grimasse, was zeigen sollte, dass der Abt von St. Peter wenig von der Autorität des Erzbischofs hielt.

Am Domplatz wird zudem jedes Jahr das Stück „Jedermann“ aufgeführt, was als das wichtigste Theaterstück der Salzburger Festspiele zählt. Durch den Domgang gelangt man auf den Residenzplatz, der den zweitgrößten Marmorbrunnen Europas beherbergt. Hier erklingt zu bestimmten Zeiten das Salzburger Glockenspiel, dessen Turm sich auf den Residenzplatz richtet.

Städtereise in die Geburtsstadt Mozarts

Fassade des Geburtshauses
Mozarts Geburtshaus – CC0 Hans / Pixabay

Wer die Geburtsstadt Mozarts besucht, muss einen Abstecher beim Mozart Geburtshaus machen. Nicht zu verwechseln mit dem Mozart Wohnhaus, in dem sich ebenso ein Museum befindet, welches sich dem Leben und Werk Mozarts widmet und auf jeden Fall einen Besuch wert ist, können in seinem Geburtshaus alte Reliquien seiner Kindheit, wie die Darstellung des Lebens des damaligen Mittelstandes bestaunt werden. Ein besonderes Highlight bildet hierbei die erste Violine Mozarts.

Die Stadt zeigt ihren Stolz für den berühmtesten Sohn. Um den Ruf als Musikstadt zu bestärken, wurde der Mozartplatz im Beisein von Mozarts Söhnen 1842 eröffnet. Einen Blickfang bildet hier die Statue von Mozart. Als zentral gelegener Platz ist es kaum möglich, ihn zu verpassen.

Neben weiteren Sehenswürdigkeiten, wie der Getreidegasse, der geschäftigsten Gasse Salzburgs, und dem Sebastiansfriedhof, auf dem neben Mozarts Familie weitere ehemalige Aristokraten und Berühmtheiten der Stadt begraben liegen, hält die Stadt ein weitreichendes Angebot an kulturellen und musikalischen Feinheiten bereit. Mit dem Salzburger Landestheater oder dem Salzburger Marionettentheater kann zwischen zwei sehr unterschiedlichen Attraktionen für das Abendprogramm gewählt werden.

Weitere Tipps abseits der Touristenpfade

Abseits der Touristenpfade finden sich DAS Kino, ein alternatives Filmtheater, das Rockhouse Schallmoos, das einen angenehmen zeitgenössischen Kontrast zum sonst sehr klassisch geprägten Musiksalzburg bietet, oder die ARGE Kultur Salzburg, ein Ort an dem sich Bistro, Bar und Hinterhofbühne vereinen.

Wer sich vom Modernen nicht die Romantik zerstören lassen möchte, kann ganz einfach an der Salzach ein paar ruhige Minuten erleben oder in einem der unzähligen Kaffees und Restaurant den Gaumenfreuden frönen. Während eines kleinen Stadtbummels darf hierbei ein weiterer Teil des UNESCO Weltkulturerbes genossen werden, die Salzburger Kaffeehauskultur.