Salzburgs Berge als Süßspeisen-Spezialität?

Salzburger Nockerl sind eine Mehlspeise, an der man in Salzburg nicht vorbei kommt. Weit über Österreich hinaus ist diese Nachspeise aus den Grundzutaten Zucker, Ei und Mehl bekannt. Wie man diese Salzburger Spezialität zubereitet und wie die Symbiose zu den Salzburger Bergen entstanden ist erfährt man hier.

Süßspeise in Großansicht
Salzburger Nockerl – CC0 Pixabay

Wie sind die Nockerl entstanden?

Wann und wer die Salzburger Nockerln erfunden hat ist nicht eindeutig überliefert. Eine mögliche Entstehungsgeschichte führt uns ins 17. Jahrhundert. Salome Alt, die Mätresse des Salzburger Fürsterzbischofs Wolf Dietrich von Raitenau, soll die Nockerln erfunden haben. Die Nockerl sollen die verschneiten Salzburger Berge darstellen. Angeblich werden die Hausberge Mönchsberg, Kapuzinerberg und Gaisberg dargestellt. Die Mehlspeise soll aus Frankreich als Soufflé, also als leichte Eierspeise, nach Salzburg gekommen sein. Dort erhielt sie ihre heutige Rezeptur. Damals hatte man keine Elektroherde und kannte kein Backrohr. Die Zubereitung der Nockerl erfolgte in Eisenpfannen, wo es notwendig war sie einmal zu wenden.

Wie kann ich die traditionelle Mehlspeise zubereiten?

Zuallererst wird zu Schnee geschlagenes Eiweiß mit Zucker aufgeschlagen. Im Anschluss rührt man Dotter, Vanillezucker und ein wenig Mehl vorsichtig ein. Die Dotterstreifen sollen in der Masse noch sichtbar sein. Im nächsten Schritt werden drei pyramidenförmige Nockerl ausgestochen und in eine feuerfeste Form gesetzt, die gefettet und eventuell mit Zucker ausgestreut sein soll. Die Nockerl werden nun im Ofen gebacken. Im letzten Drittel der Backzeit gießt man etwas heiße Milch mit Vanillezucker seitlich in die Form. Sind die Nockerl fertig und mit Staubzucker bestäubt müssen sie sofort serviert werden, um ein Zusammenfallen zu vermeiden.
Die Restaurants und Cafés verwenden verschiedene Rezepturen, aber die Grundzutaten Zucker, Ei und Mehl müssen immer enthalten sein, wenn man die Speise Original Salzburger Nockerl nennen möchte. Das Originalrezept bestand allerdings aus einer „Brandteigmasse“. Die Salzburger Gastronomie serviert häufig zu den Nockerln warme Himbeersauce.

Alles dreht sich um die Nockerl

Die Salzburger Nockerl schafften es auch in eine Operette. Die Süßspeise wurde in der Operette „Saison in Salzburg“ von Fred Raymond als „Süß wie die Liebe und zart wie ein Kuss“ besungen. Auch eine Fernsehserie, welche 1992 für die Sender RTL und ORF vorwiegend in der Salzburger Altstadt gedreht wurden, trägt den Namen „Salzburger Nockerln“. In der Serie standen die Geschichten rund um das bekannte Café Tomaselli und die Urlaubserlebnisse zahlreicher Gäste wie Harald Juhnke oder Peter Kraus im Mittelpunkt. Weiters ist auch eine Kolumne in der Salzburg Krone nach der Mehlspeise benannt.
Spannend ist, dass Gerüchte behaupten, dass Salzburger die süße Nachspeise nie oder fast nie zuhause zubereiten oder in einem Restaurant essen. Es soll sich um ein Schmankerl ausschließlich für Touristen handeln.

Unvergleichliche Mehlspeiskultur in Österreich

Die Mehlspeiskultur ist etwas Besonderes in Österreich und sollte deshalb auch gepflegt und gefördert werden. Die Initiative „Freunde der österreichischen Mehlspeiskultur“ setzt sich deshalb zum Ziel, die Mehlspeise als österreichisches „Markenzeichen“ in ihrer regionalen Vielfalt zu fördern. Ziel ist die Anerkennung als immaterielles Kulturerbe durch die UNESCO.

Na, wer hat jetzt auch Lust auf Salzburger Nockerl?