Oskar Kokoschka prägte Salzburg

Der Maler, Grafiker und Schriftsteller Oskar Kokoschka gilt als Gründer der Internationalen Sommerakademie für Bildende Kunst Salzburg. Die Geschichte der Akademie spiegelt die Entwicklung der Kunst wider und schuf ein Lehrkonzept, welches bis heute Begeisterung findet.

Das Leben des Oskar Kokoschka

Kokoschka wurde 1886 in Pöchlarn geboren und startete seine Karriere in Wien als expressionistischer Zeichner, Maler und Schriftsteller. Später zog er weiter nach Berlin. Während der Zeit des Nationalsozialismus galt seine Kunst als verboten und so floh er als Gegner des Nationalsozialismus 1934 nach Prag und vier Jahre später nach Großbritannien. Im Jahr 1953 zog er in die Schweiz an den Genfersee, wo er bis zu seinem Tod lebte.
Kokoschkas Städteansichten aus den 1930er und 50er Jahren kann man heute in zahlreichen österreichischen und deutschen Museen bewundern. Seine figurative Kunst stand als starker Gegensatz zur abstrakten Moderne, welche von den USA ausging. Dieser Kampf der figurativen und abstrakten Kunst prägte die Kunstwelt Westeuropas. Die Positionierung Kokoschkas spiegelte sich im Lehrprogramm der Sommerakademie wider.

Sommerakademie für Bildende Kunst Salzburg

Im Sommer 1953 wurde die Internationale Sommerakademie für Bildende Kunst Salzburg durch Oskar Kokoschka als „Schule des Sehens“ gegründet. In seinem Lehrkonzept wollte er keinen Unterschied zwischen künstlerischem Handwerk und intellektueller wie humanistischer Bildung vornehmen und einen Ort schaffen, wo die Herkunft, Alter und gesellschaftlicher Hintergrund keine Rolle mehr spielen. Die Sommerakademie war ein Erfolg und Kokoschka konnte innerhalb von 11 Jahren die Anzahl der Teilnehmer von 30 auf 250 im Jahr 1963 steigern. In bestimmten Bereichen war die Akademie im Vergleich zur staatlichen Ausbildung weit voraus, in anderen wie der Performance konnte sie mit den aktuellen Entwicklungen nicht mithalten.
Im August 2013 feierte die Akademie in Anwesenheit zahlreicher Ehrengäste ihr 60-jähriges Bestehen.

Der Oskar-Kokoschka-Weg

Der Weg, welcher den Mönchsberg und die Salzburger Altstadt verbindet, wurde 1958 nach dem Künstler benannt. Die Straße ist etwa einen halben Kilometer lang und führt von der Katze (Bastei) zum Dr.-Ludwig-Prähauser-Weg, von wo man einen herrlichen Blick auf die Festung hat.

Oskar Kokoschka Weg auf die Festungsanlage auf dem Mönchsberg
Oskar Kokoschka Weg – CC0 Hans/ Pixabay